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Worauf sollte ich bei Wanderstöcken achten?

15 Jul , 2019  

Wann sind Wanderstöcke sinnvoll?

Schon vor Jahren hat mir ein Bergführer gesagt, wer viele Jahre das Wandern genießen will, sollte Wanderstöcke benutzen, da sie vor allem die Knie sehr entlasten. Kurz danach hatte ich auch schon meinen ersten Aha-Moment, als bei einem steilen und mit großen Felsblöcken gesäumte Abstieg meine Knie anfingen richtig zu schmerzen. Die Wanderstöcke einer Freundin waren meine Rettung und die Entlastung sofort spürbar!

Doch bevor man sich entscheidet mit Stöcken auf eine Wanderreise zu gehen, sollte man doch ein paar Aspekte beachten.  Welche diese genau sind verraten wir hier:

Welche Vorteile haben Wanderstöcke?

Es gibt viele Vorteile, die man aus dem Einsatz von Wanderstöcken ziehen kann. Die Last wird auf den ganzen Körper verteilt und man hält sich aufrechter. Dadurch werden vor allem die Knie entlastet, die gerade beim Bergabgehen besonders strapaziert werden. Hinzu kommt, dass die Stöcke eine Art zusätzliches Standbein bilden und einen beim Wegrutschen oder Umknicken stabilisieren können und die Gefahr eines Unfalls minimieren. Beim Überqueren von Flüssen oder Firnfeldern kann man mit den Stöcken vorfühlen und die nötige Stabilität erhalten.

Gibt es auch Nachteile?

Unvorteilhalft ist, dass man in steilen und ausgesetzten Geländen die Hände nicht frei hat, wenn man sie zur Not braucht. Schnell kann man auch über einen Stock stolpern oder er kann sich im schwierigen Gelände verkanten. Bei seilgesicherten Passagen können Stöcke recht unhandlich sein und einen immer wieder in den Weg kommen. So positiv es ist, dass die Stöcke  Stabilität und Sicherheit geben, so sehr muss man darauf achten, dass man seinen Körper nicht zu viele Aufgaben abnimmt, und somit den Gleichgewichtssinn und die Reaktionsfähigkeit weniger und weniger schult.

Wanderer macht Pause in den Bergen

Wie stelle ich meine Wanderstöcke richtig ein?

Ein 90-Grad-Winkel am Ellbogen sowie von Handgelenk zum Stock ist die Basis-Einstellung, mit der sich auch leichte An- und Abstiege optimal meistern lassen.

Bei Bergtouren in steilerem Gelände macht es oft Sinn, die Stocklänge für einen längeren Anstieg zu verkürzen oder für einen längeren Abstieg zu verlängern. Aus diesem Grund sind Teleskopstöcke mit variabler Längeneinstellung beim Berggehen empfehlenswert.

Welches Material ist das Richtige: Carbon oder Aluminium?

Carbon ist sehr leicht, dämpft die Vibrationen vom Stockaufsatz und leitet diesen nur zum Teil an die Hände weiter. Der Nachteil von Carbon ist, dass es bei hoher Belastung nicht biegt, sondern bricht.

Widerstandsfähiger und preiswerter sind Wanderstöcke aus Aluminium, haben aber auch spürbar mehr Gewicht. Bei zu starker seitlicher Belastung verbiegen Aluminiumstöcke schnell.

Welche Art Verschlüsse gibt es und welcher ist der Richtige?

Beim Einstellen der ist es besonders wichtig, dass die Verschlüsse richtig fest sind, um Unfälle durch Zusammenrutschen des Stockes zu vermeiden.

1. Drehverschluss

Wanderstöcke mit Drehverschluss

Ein innenliegendes Klemmsystem sorgt dafür, dass die Stöcke sehr kompakt sind. Optimal zum Verstauen am oder im Rucksack. Nachteil: Die Haltbarkeit des Drehverschlusses ist begrenzt.

2. Außenklemmsystem

Wanderstöcke mit Außenklemmsystem

Durch ein Außenklemmsystem lassen sich Wanderstöcke mit wenig Kraft einfach verstellen. Nachteil: die Wanderstöcke sind etwas sperriger und schwerer.

3. Faltsystem

Wanderstöcke mit Faltsystem

Die Wanderstöcke werden wie bei einer Ziehharmonika gefaltet. Vorteil hierbei ist die Stabilität – kein Verschluss der evtl. nicht hält. Das geringe Packmaß ist optimal zum Verstauen im Rucksack. Nachteil: meistens nicht oder nur gering höhenverstellbar.

Was ist bei Griffen und Handschlaufen zu beachten?

Wanderstock mit Korkgriff

Hier ist es wichtig darauf zu achten, welcher Griff einem vom Material, der Form und dem Winkel her am besten in der Hand liegt. Kork ist besonders geeignet, wenn man schnell schwitzt, da es Schweiß und Blasenbildung an den Händen reduziert.

Wanderstock mit EVA-Griff

Eine Alternative wäre noch der EVA-Schaum. Griffe aus Hartplastik sollte man vermeiden, da sie bei schwitzigen Händen sehr rutschig werden. Die Handschlaufen sollte man auch nicht ganz außer Acht lassen. Sie sollten weich, bequem und stabil sein damit sie weder scheuern noch unter Belastung reißen.

Brauchen meine Stöcke eine Dämpfung?

Wanderstöcke mit integrierter Dämpfung schonen Handgelenke und Ellenbogen vor den stetigen Schlägen beim Aufstoßen der Wanderstöcke. Nachteil ist das etwas höhere Gewicht der Stöcke. In schwierigen Geländen kann eine zu weiche Dämpfung auch eine gewisse Instabilität mit sich bringen.

Wie befestige ich meine Wanderstöcke am Rucksack?

Die meisten Wanderrucksäcke haben unten zwei kleine Gummischlaufen. In diese Schlaufen steckt man die Spitze des Wanderstocks. Oberhalb sind dann noch passende Schlaufen (meist aus Klettverschluss), an denen man zum Stabilisieren die Stöcke fixiert. Hat der Rucksack diese Vorrichtung nicht, kann man die Stöcke auch mit den Griffen nach unten in die Seitentaschen stecken und oben mit dem Gurt fixieren.  Hier aber bitte Vorsicht mit den Spitzen, sie ragen nach oben heraus!

Welche Wanderstöcke sind also die Richtigen für mich?

Für welche Stöcke Sie sich entscheiden, richtet sich vor allem nach dem Einsatzzweck. Wenn Sie Ihre Stöcke hauptsächlich für entspannte Wanderungen im Flachland brauchen, dann dürften Aluminium-Teleskopstöcke ohne besonderen Schnickschnack reichen. Brauchen Sie die Stöcke allerdings auch für Mehrtagestouren oder fürs Gebirge, dann sind gefederte Aluminiumstöcke oder Carbonstöcke zu empfehlen.

Um das eigene Gleichgewicht und die Koordination zu fördern, sollte man an leichteren Teilstücken oder an kürzeren, nicht so gelenkbelastenden Wandertagen die Stöcke ruhig auch einmal weglassen.

Wenn Sie mit Ihren Wanderstöcken eine Flugreise unternehmen wollen, müssen Sie darauf achten, dass die Stöcke in Ihren Koffer passen, da sie im Handgepäck nicht erlaubt sind!

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Gisela Böhnisch Von
Reisen ist meine absolute Lieblingsbeschäftigung und deshalb bin ich hier im Marketing bei AbenteuerWege genau am richtigen Platz. Es macht mir unglaublich viel Spaß zusammen mit unserem motivierten Team alles dafür zu tun, damit unsere Kunden ihren Urlaub in der Natur wirklich genießen können, egal ob sie lieber Berge besteigen oder auf Küstenpfaden wandern.