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Geschrieben von
Peter Haaf
Peter Haaf

Peters Erfahrungsbericht zum Harzer Hexenstieg

Der Harz ist eine dieser Regionen, die man vielleicht schnell einmal vergisst – bis man dort war! Ich bin den gesamten Harzer-Hexen-Stieg gewandert, einmal quer durch das Mittelgebirge von Osterode bis nach Thale und habe dabei tolle Erfahrungen gesammelt und möchte Ihnen selbstverständlich davon berichten.

Der Harz: Eine Region mit Geschichte

Der Harz war im 16. und 17. Jahrhundert Quelle für Eisen-, Kupfer- und vor allem Silbererz und damit Standort zahlreicher Minen und Hütten, heute bezeugt durch Ortsnamen wie Neuwerk und Königshütte. Zur Versorgung der Wirtschaftsdörfer in den schwer zugänglichen Hochlagen wurden Pfade für Eselstreiber angelegt, auf Teilen derer die heutigen Wanderwege durch den Harz führen.

Der Harz als Urlaubsregion erlangte zuerst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert Bedeutung. Besonders Schierke wurde als Luftkurort und dem Brocken am nächsten gelegene Ortschaft Standort zahlreicher stattlicher Hotels, die mit Namen wie „Fürst zu Stolberg“ vom Wohlstand der damaligen Zeit zeugen. Die DDR-Zeit brachte mit sich zwar auch fragwürdige Renovierungen der alten Prunkhotels, der Harz war aber für die Ostdeutschen weiterhin ein unheimlich beliebtes Urlaubsziel. In den Jahren und Jahrzehnten nach der Wende geriet das Mittelgebirge erst einmal in relative Vergessenheit. Seit einigen Jahren nimmt der Tourismus und das Interesse an der Region aber wieder zu und das auch völlig zu Recht.

Die Wanderung von Osterode Richtung Brocken

Die ersten Etappen sind geprägt vom langsamen Einstieg in den Harz. Während die Ausläufer der Wälder noch wirtschaftlich genutzt und geforstet werden, nähert man sich mehr und mehr einer geschützten Natur. Kurz nach Überquerung der ehemaligen innerdeutschen Grenze, weicht das damit verbundene, leicht bedrückende Gefühl dem Staunen: Der kahle Gipfel des Brocken ragt weithin sichtbar auf.

Eine besondere Anziehungskraft hatte der Brocken bereits auf die Dichter der Klassik und Romantik. Goethe und auch Heinrich Heine, nebst anderen, bestaunten die Aussicht vom höchsten Berg Norddeutschlands. Als „Blocksberg“ steht der Brocken in untrennbarer Verbindung zum Mythos der Hexen und deren Treiben. Die Hexenthematik bestimmt natürlich zu einem großen Teil die Reise auf dem Hexen-Stieg.

Aussicht vom Brocken und ein kurzer Abstecher mit der Brockenbahn

Schon beim Aufstieg wird mehrfach die Brockenbahn hupend und dampfend vorbeirauschen: Die Harzer Schmalspurbahn fährt bis hinauf auf den Brocken und bringt auch unsere Wanderer von dort sicher nach Schierke. Welch eine Erfahrung, von der Plattform zwischen den Wagons aus das Panorama zu bestaunen!

Vom Brocken tiefer in den Harz

Ein Highlight in den Hochlagen des Harz‘ sind die in der frühen Neuzeit gegrabenen Wasserläufe. Kleine Kanäle, munter plätschernd, die das frische Wasser der Harzer Quellsprünge in Stauseen zusammenführen und die Regionen um den Harz auch heute noch mit Trinkwasser versorgen. Diese Wasserläufe sind der ständige Begleiter vom Brocken bis zur Bode und bilden zusammen mit den kerzengeraden Fichtenstämmen einen urigen Rahmen für Wanderer.

In den letzten Jahren litten die Fichten sehr unter dem steten Angriff des Borkenkäfers, der Waldflächen verwüstet, soweit das Auge reicht. Es reichen dann heftigere Winde und Stürme, um Erdrutsche zu verursachen und tote Stämme auszureißen. Immer wieder wandert man durch Skelettwald, der sich wohl in vielen Jahrzehnten noch nicht ganz erholt haben wird.

Die Wanderungen durch das Bodetal

Ab Königshütte folgt der Weg dem Lauf der Bode. Aus den Wasserläufen uns winzigen Staubecken wurde nun ein kleines Flüsschen, dessen schnelles Wasser erschöpften Wanderern auch gerne die Füße kühlt, wie etwa an der Bodefurt in Treseburg. Besonderes Highlight die immer größeren Stauseen, auch heute noch Speicher für Trinkwasser, allen voran die Rappbodetalsperre. Hier trifft man auf ein ganz modernes Highlight, das im alten ruhigen Harz fast aus einer anderen Welt wirkt, es aber durchaus in sich hat: Die stählerne Hängebrücke Titan RT, weltweit längste ihrer Art und echte Herausforderung. Aber keine Sorge! Die Brücke lässt sich sowohl über die Staudammbrücke, als auch um den See herum umgehen.

Das letzte Stück des Bodetals wartet noch: Der „Grand Canyon“ des Harzes, das Bodetal zwischen Treseburg und Thale. Schon vom Weg bietet die nun schnell dahinrauschende Bode, besonders der Bodekessel mit Teufelsbrücke, Anlass zum Innehalten und Fotografieren, wenngleich sich der Einblick in die dramatisch gewundene Schlucht erst von der Rosstrappe aus offenbart. Hier gelang dem Mythos nach der Prinzessin Brünhilde die Flucht vor dem lüsternen König Bodo durch den beherzten Sprung zu Pferde quer über die breite Schlucht. Bodo stürzte und hinterließ dem Tal und Fluss nur seinen Namen.

Gegenüber wartet noch der Hexentanzplatz auf Touristen. Die Fahrt mit der Gondel, auf Wunsch mit Glasboden, ist zu empfehlen. Für hartgesottene ist auch der Aufstieg per pedes möglich.

UNESCO Welterbestadt Quedlinburg – Geburtsort Deutschlands?

Den Hexen-Stieg wohlbehalten überstanden lässt man nun den Harz im Rücken verschwinden, auf der Fahrt von Thale ins wundervolle Quedlinburg. Die Stadt steht unter Denkmalschutz der UNESCO und scheint einfach keine unschönen Ecken zu besitzen. Allüberall erstaunt die Schönheit der Fachwerkhäuser, Gassen, Kirchen, Statuen und des Schlossbergs. Hier wurde der Geschichte nach dem Sachsenherzog Heinrich die deutsche Krone angetragen, worauf die Quedlinburger und -burgerinnen sehr stolz sind. Diese Stadt muss man gesehen haben und ist der perfekte Abschluss der Wanderreise!

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