Ein herzlicher Empfang in Cornwall beim Elmsdale Guesthouse

Als ich in Penzance ankam, rechnete ich mit einem typischen viktorianischen Guesthouse: gepflegt, freundlich, vielleicht ein wenig altmodisch. Doch das Elmsdale Guesthouse von Clare war alles andere als gewöhnlich. Von außen wirkt es zurückhaltend, fast unscheinbar – doch kaum tritt man ein, überrascht das Haus mit erstaunlich viel Raum.

Und dann war da dieser Duft. Leicht, sommerlich, angenehm unaufdringlich. Er zog durch den Flur und die Zimmer wie eine warme Brise. Clare erzählte mir, dass er von einer lokalen Marke aus St Ives stammt – geführt von zwei Schwestern. Irgendwie passte das. Und machte den Duft noch ein bisschen besser.
Noch bevor ich etwas sagen konnte – über den Platz, den Geruch oder darüber, dass mich die beiden vierbeinigen Mitbewohner Clemmy und Peaches bereits neugierig musterten – kam Claires Frage:
„Magst du einen Kaffee?“
Sehr gerne.
Guter Kaffee und Geschichten aus Cornwall
Ich nahm einen Cappuccino – keinen löslichen, sondern richtig guten – und ließ mich im Erkerfenster auf ein weiches Kissen sinken, das förmlich aufseufzte. Kurz darauf stellte Clare frisch gebackene Scones auf den Tisch, als wäre das das Normalste der Welt. Es fühlte sich nicht wie ein Gästehaus an, sondern wie ein Zuhause, in dem man einfach willkommen ist.

Wohn- und Esszimmer strahlten diese ruhige Behaglichkeit aus, die einen kurz überlegen lässt, ob man nicht einfach bleiben könnte. Clare hatte genau das richtige Gespür: präsent, wenn sich ein Gespräch ergab, und diskret im Hintergrund, wenn man für sich sein wollte. Wie bei einer guten Freundin. Einer, die exzellenten Kaffee macht und darauf achtet, dass niemand hungrig bleibt.
Sie erzählte mir, dass sie das Guesthouse ausgerechnet in der Woche übernommen hatte, in der Covid Großbritannien erreichte. Kein einfacher Start. Und doch hat sie es geschafft. Heute läuft das Elmsdale hervorragend – und wir von AbenteuerWege arbeiten sehr gern mit ihr zusammen.

Eine Pause, die ich mir verdient hatte
Irgendwann zog ich mich in mein Zimmer zurück. Das Bett machte es mir leicht: Nach einem langen Wandertag mit salziger Meeresluft, Wind im Haar und Sonne auf der Haut war eine Pause mehr als verdient. Eine heiße Dusche, ein kurzes Nickerchen – mehr brauchte es nicht.

Ein Abendessen, das in Erinnerung bleibt
Einer der großen Vorteile kleiner, persönlicher Unterkünfte sind die ehrlichen Empfehlungen. Kein Standardprogramm, sondern echte Tipps.
Kaum hatte ich nach einer Idee fürs Abendessen gefragt, kam die Antwort: Mackerel Sky. Ein Lieblingslokal – und bald auch meines. Reservierungen gibt es nicht, was dem Abend eine gewisse Spannung verlieh. Doch ich hatte Glück: Ein letzter Tisch draußen, im warmen Licht der untergehenden Sonne.
Die kleinen Gerichte luden zum Teilen ein – genau mein Stil. Gegrillter Meeresspargel, Makrele mit Roter Bete und Meerrettich (natürlich), dazu ein Monkfish-Burger im Pankomantel mit Algen-Aioli. Das war nicht einfach gutes Essen, das war handwerklich richtig stark. Ein stiller Freudentanz am Tisch ließ sich kaum vermeiden.

Morgens: guter Kaffee, die zweite Runde
Am nächsten Morgen zog der Duft von frischem Frühstück durchs Haus. Ich hatte pochierte Eier mit Speck auf Toast vorbestellt – und noch einen guten Kaffee. Clemmy und Peaches hatten es sich neben mir gemütlich gemacht, zusammengerollt wie zwei flauschige Croissants. Ein paar Abschiedsstreicheleinheiten mussten sein, bevor ich weiterzog.

Ein Ort, den man ungern verlässt
Ein Aufenthalt im Elmsdale Guesthouse fühlt sich an wie eine kleine Geschichte, in der man sofort ankommt: eine herzliche Gastgeberin, zwei freundliche tierische Begleiter und ein Haus, das vom ersten Moment an Vertrautheit ausstrahlt.
Wenn du auf dem South West Coast Path von St Ives nach Penzance unterwegs bist, ist das Elmsdale nicht einfach nur eine Übernachtung. Es ist eine echte Pause: erholsam, persönlich und getragen von kornischer Gastfreundschaft – und zugleich eine schöne Möglichkeit, ein engagiertes lokales Unternehmen zu unterstützen.
Wenn du Clare und ihr Guesthouse noch besser kennenlernen möchtest, wirf einen Blick auf das Video unten. Die Geschichte geht dort ganz ruhig weiter.
