Das Herz des West Highland Way: Ein Gespräch mit Melissa im Drovers Inn

Wenn du auf dem West Highland Way in Schottland unterwegs bist, spürst du irgendwann die Kilometer in den Beinen. Und genau dann kommt ein Ort wie gerufen: das Drovers Inn. Am nördlichen Ende von Loch Lomond gelegen, empfängt dieses historische Gasthaus seit über 300 Jahren Wandernde, Viehtreiber und Geschichtenerzähler.
Michael aus unserem Sales Team bei AbenteuerWege, hat sich mit Melissa unterhalten, die am Empfang arbeitet und gefühlt jeden Gast mit einem Lächeln begrüßt. Im Gespräch erzählt sie, was diesen Ort so besonders macht und warum viele ihn noch lange nach der Reise im Kopf behalten.

Ein Haus, das viel erlebt hat
„Die meisten merken sofort, dass dieser Ort eine lange Geschichte hat“, sagt Melissa und schaut sich im Raum um. Dunkles Holz, Kerzenlicht, typisch schottische Tartanmuster und jede Menge ungewöhnliche Details prägen das Innere. Das Drovers Inn wurde 1705 erbaut und war damals ein wichtiger Halt für Viehtreiber, die ihre Herden aus den Highlands zu den Märkten rund um Loch Lomond brachten.
„Man kann die Geschichte hier nicht nur lesen, man spürt sie“, erzählt sie. „Wenn man hinter der Bar steht, kann man sich gut vorstellen, wie es damals gewesen sein muss. Viele unserer Gäste nehmen genau dieses Gefühl mit. Und oft auch die Geschichten, die sie hier hören.“
Denn das Drovers Inn ist nicht nur besonders alt, sondern in Schottland auch bekannt für seine vielen Erzählungen. Bei einem Glas Whisky werden hier genauso selbstverständlich Geschichten geteilt wie Drinks eingeschenkt. Manche sprechen von Geistern, andere von unerklärlichen Momenten, und für das Team wie auch für die Gäste gehört das einfach dazu.

Vom Trail direkt an den Tisch
Der West Highland Way ist rund 154 Kilometer lang und führt von Milngavie bei Glasgow bis nach Fort William am Fuß des Ben Nevis. Dazwischen liegen Seen, Täler und einige anspruchsvollere Abschnitte.
Melissa erzählt, dass für viele das Drovers Inn mehr als nur eine Zwischenstation ist. „Wenn die Leute ankommen, sieht man ihnen den Weg noch an“, sagt sie und lacht. „Und dann verändert sich das schnell. Sobald sie reinkommen, kommt die Erleichterung.“
Drinnen wartet das, was man nach so einem Tag braucht: einfache, gute Gerichte, eine große Auswahl an Whisky und oft auch Live-Musik am Wochenende. Wer genauer hinschaut, entdeckt überall kleine Spuren der Geschichte des Hauses, zum Beispiel in alten Möbeln, Schildern oder Erinnerungen an frühere Gäste.

Zimmer mit Charakter und echtem Komfort
Ein Frage, die Melissa besonders oft hört ist: Wie sind eigentlich die Zimmer? Denn auch dort gehören die Geschichten ganz selbstverständlich dazu. „Einige hoffen tatsächlich auf eine etwas unheimliche Nacht“, sagt Melissa. „Andere wollen einfach nur ein bequemes Bett und ihre Ruhe. Am Ende nehmen aber fast alle irgendeine Geschichte mit, und wirklich gruselig ist es aber nie.“
Jedes Zimmer ist unterschiedlich eingerichtet und passt zum Charakter des Hauses. Statt einheitlicher Einrichtung findest du hier viele kleine Details, die die lange Geschichte des Drovers Inn spürbar machen und den Aufenthalt umso persönlicher gestaltet.

Ein Ort, an dem man schnell ins Gespräch kommt
Für Melissa geht es nicht nur um das Drover's Inn, sondern vor allem um die Menschen. „Hier treffen sich Leute aus der ganzen Welt“, erzählt sie. „Und oft dauert es nicht lange, bis man ins Gespräch kommt. Beim Abendessen teilt man Geschichten, gibt sich Tipps für die nächsten Etappen und lacht gemeinsam über Blasen an den Füßen, das gehört einfach dazu.“
Man merkt ihr an, wie gern sie davon erzählt. Immer wieder sieht sie Gäste, die eigentlich nur für eine Nacht bleiben wollten und dann doch länger bleiben, weil sie sich hier so wohlfühlen. Dabei begegnet sie vielen Menschen auf ganz unterschiedlichen Etappen ihrer Reise, von müden, aber erwartungsvollen Wanderern bis hin zu denen, die zurückkommen, um die Strecke noch einmal zu gehen.

Zum Schluss bringt es Melissa auf den Punkt
Am Ende unseres Gesprächs am Kamin fasst Melissa es einfach zusammen: „Das hier ist nicht nur ein Stopp auf der Karte. Es ist ein Ort, an den man unterwegs zurückkommt.“
Und genau so fühlt es sich auch an! Wenn du auf dem West Highland Way unterwegs bist, lohnt sich dieser Halt nicht nur wegen des Essens oder der Unterkunft. Sondern wegen der Atmosphäre, der Menschen und der Geschichten, die hier ganz von selbst entstehen.