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„Der Salzpfad“: So viel mehr als ein Reisebericht vom South West Coast Path
3 Minute(n) Lesezeit
04 Juni 2026
„Der Salzpfad“: So viel mehr als ein Reisebericht vom South West Coast Path

Der South West Coast Path gehört seit Jahren zu den beliebtesten Fernwanderwegen in unserem Programm. Doch seit Raynor Winns Bestseller „Der Salzpfad“ und die jüngste Verfilmung der Geschichte ein Millionenpublikum erreicht haben, begeistert dieser Küstenweg mehr Menschen denn je.

Immer wieder hören wir von Wanderern, die uns erzählen: „Der Salzpfad hat uns so berührt, dass wir den South West Coast Path unbedingt selbst erleben möchten.“

Und das können wir gut verstehen. Denn hinter der Geschichte von Raynor und Moth Winn verbirgt sich weit mehr als ein Wanderbericht. Es ist eine Geschichte über Verlust, Hoffnung, Neuanfänge und die besondere Kraft des Unterwegsseins.

Für mich ein guter Anlass, noch einmal in diese außergewöhnliche Geschichte einzutauchen und der Frage nachzugehen, warum „Der Salzpfad“ auch Jahre nach seiner Veröffentlichung noch so viele Menschen bewegt.

Beginnen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch, das mich bis heute begleitet:

„Jeder Schritt war ein Ja zum Leben.“

„Der Salzpfad“ von Raynor Winn ist weit mehr als ein autobiografischer Reisebericht – es ist ein tief bewegendes Zeugnis von Verlust, Resilienz, Liebe und der heilenden Kraft der Natur. Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Raynor und ihrem Mann Moth, die nach einer Reihe tragischer Ereignisse alles verlieren: Ihr langjähriges Zuhause in Wales, das durch eine misslungene Investition verloren geht, und kurz darauf Moths Gesundheit, als bei ihm die unheilbare Erkrankung CBD diagnostiziert wird. Ohne Besitz, Einkommen oder ein Dach über dem Kopf, aber mit einem alten Rucksack und einem Zelt, fassen sie einen radikalen Entschluss: Sie wollen den über 1000 Kilometer langen South West Coast Path entlangwandern – Englands längsten Fernwanderweg, der sich an der Südwestküste durch die Grafschaften Somerset, Devon, Cornwall und Dorset schlängelt.

Was zunächst wie ein letzter Ausweg erscheint, entwickelt sich zu einer existenziellen Erfahrung. Der Weg konfrontiert sie mit Regen, Kälte, Hunger und Erschöpfung – aber auch mit unglaublicher Natur, unerwarteter Freundlichkeit und der Erkenntnis, dass Freiheit manchmal genau dort beginnt, wo gesellschaftliche Sicherheiten enden. Auf ihrer Wanderung entdecken Raynor und Moth nicht nur die äußere Welt neu, sondern auch ein neues Verständnis von sich selbst, ihrer Beziehung und vom Leben an sich. Jeder Schritt entlang der dramatischen Küstenlinie wird zu einer Geste des Widerstands gegen die Krankheit, gegen die Hoffnungslosigkeit, gegen das Aufgeben.

„Wenn du nichts mehr besitzt, wird alles zu einem Geschenk.“

Dabei schreibt Raynor Winn in einer Sprache, die fesselt: poetisch und zugleich schonungslos ehrlich. Ihre Beobachtungen der Natur – von stürmischen Klippen über windverwehte Strände bis hin zu leuchtenden Sonnenaufgängen – verbinden sich mit einer tiefen inneren Reflexion. Sie beschreibt, wie die Elemente, das Meer, das Gehen selbst zu einer Form der Heilung werden. Nicht im medizinischen Sinn, aber im existenziellen. In dieser Einfachheit – der Reduktion auf das Wesentliche – liegt eine tiefe, fast spirituelle Kraft.

„Die Natur heilt nicht alles. Aber sie heilt mehr, als wir denken.“

Mich hat dieses Buch wirklich zutiefst berührt!

Der große Erfolg des Buches hat schließlich zur Verfilmung geführt. Ich habe gehört, dass der Film mit Gillian Anderson in der Rolle der Raynor und Jason Isaacs als Moth eine behutsame, bildgewaltige Adaption sein soll, die sich eng an die Buchvorlage hält. Die Kamera soll die eindrucksvollen Landschaften perfekt einfangen – wilde Küsten, tobende Wellen, sanfte Morgenstimmungen – und so die emotionale Tiefe der Geschichte mit großem Feingefühl auf die Leinwand bringen. Ich bin wahnsinnig gespannt (und halte schon mal die Taschentücher bereit)!

Gedreht wurde der Film an vielen Originalschauplätzen entlang des Pfades wie

- Padstow mit seinem charmanten Hafen und der maritimen Atmosphäre
- Zennor und St. Ives, die bereits Künstler wie Virginia Woolf inspirierten und wohl auch im Film eine fast magische Ausstrahlung besitzen
- Porthcurno und Land’s End, deren Klippenlandschaften zum Sinnbild für die emotionale Grenzerfahrung der von Raynor und Moth werden
- sowie die Jurassic Coast bei Durdle Door und Lulworth Cove, wo sich Geologie und Emotion im Film auf bewegende Weise überlagern sollen

Buch und Film sind kein klassisches Wanderabenteuer und das ist auch gut so. Es geht nicht um sportliche Leistung, sondern um seelische Entwicklung. Es ist eine Einladung, den Blick zu heben, die Natur wieder mit offenen Augen zu sehen und sich selbst nicht aufzugeben, selbst wenn alles verloren scheint.

Oft bekommen wir ganz ähnliche Geschichten von unseren Kunden und Kundinnen erzählt, z.B. wie sich Menschen nach einer Krebserkrankung, einer Trennung oder einem Todesfall auf dem Jakobsweg, dem Camino de Santiago, wiederfinden. Dies ist sicher einer der wichtigsten Gründe, warum wir unseren Job mit so viel Herzblut machen!

„Der Salzpfad“ macht Mut. Es ist ein stilles, aber kraftvolles Plädoyer dafür, dass ein Weg nicht endet, nur weil man gefallen ist – manchmal beginnt er dann erst wirklich.

„Wir waren nicht verloren. Wir waren nur unterwegs.“

Viele wird es in den nächsten Monaten und Jahren auf den South West Coast Path ziehen, denn er ist ein Abenteuer, das landschaftlich seinesgleichen sucht. Von Minehead, dem Ausgangspunkt im Norden Somersets, führt der Weg über die raue Küste von Exmoor, vorbei an dramatischen Klippen, abgeschiedenen Buchten und durch pittoreske Fischerdörfer. Orte wie Hartland Quay mit seinen windgepeitschten Felsen, das mystische Tintagel, das tief mit den Legenden um König Artus verwoben ist, oder das berühmte Land’s End – der westlichste Punkt Englands – bilden die Höhepunkte einer Route, die nie eintönig wird. Auch der südlichste Punkt, Lizard Point, ist eine Etappe auf dem Weg, die Raynor und Moth tief berührt. In Dorset führt der Weg dann schließlich über die geologisch einzigartige Jurassic Coast, vorbei an Durdle Door und Chesil Beach, bevor er bei Poole endet. Auch ich denke jetzt schon über eine Reise für 2026 nach!

Wenn auch du dich durch Raynors und Moth' Geschichte inspiriert fühlst und einen Teil des oder den kompletten South West Coast Path erleben möchtest, unterstützen wir dich gerne bei der Planung deiner individuellen Wanderreise mit Gepäcktransport - kontaktiere uns einfach per Email oder telefonisch!

Nicole Nierenberg

Geschrieben von

Nicole Nierenberg
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