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Bewusst unterwegs: 6 Tipps für deinen Wanderurlaub
4 Minute(n) Lesezeit
15 Februar 2024
Bewusst unterwegs: 6 Tipps für deinen Wanderurlaub

Wandern bringt dich besonders nah an Landschaften, Natur und die Menschen vor Ort. Gerade deshalb lohnt es sich, unterwegs ein paar einfache Dinge im Blick zu behalten und Reisen so zu planen, dass du mit deiner Umgebung und den besuchten Regionen möglichst achtsam umgehst.

6 Tipps für deine nächste Wanderreise

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Reise bewusster zu planen und unterwegs konkrete Entscheidungen zu treffen. Von der Anreise über die Unterkunft bis hin zum Verhalten auf dem Weg findest du hier ein paar praktische Tipps für deinen nächsten Wanderurlaub.

1. Tipp: An- und Abreise gut planen

Überlege, ob du deine An- und Abreise mit Bus oder Bahn planen kannst. Gerade bei vielen Reisezielen in Europa gibt es gute Verbindungen, die sich angenehm mit deiner Wanderreise kombinieren lassen und manchmal sogar schneller oder unkomplizierter sind als ein Flug. 

Je nach Verkehrsmittel unterscheiden sich die durchschnittlichen Treibhausgasemissionen pro Personenkilometer. Das Umweltbundesamt veröffentlicht hierzu regelmäßig aktualisierte Vergleichswerte. In Zahlen sieht das Ganze so aus:

Verkehrsmittel

Emissionen je Personenkilometer

Fernbus

30 g CO2

Zug Fernverkehr

26 g CO2

Zug Nahverkehr

44 g CO2

Auto (1,5 Personen)

164 g CO2

Flugzeug

290 g CO2

Quelle: Umweltbundesamt, Bezugsjahr 2024

Infos zu den Möglichkeiten der An- und Abreise per Zug findest du bei uns in der jeweiligen Reisebeschreibung. Für längere Strecken bieten sich zum Beispiel folgende Möglichkeiten an:

Nutze Schnellzüge, wie beispielsweise ICE/Sprinter in Deutschland, den Eurostar nach London oder den TGV nach Frankreich. So kannst du auch weitere Strecken bequem zurücklegen und sparst dir oft den zusätzlichen Weg zum Flughafen.

Nutze Nachtzüge und lege einen Teil der Strecke einfach über Nacht zurück. Städte wie Paris, Rom, Venedig, Wien oder Zagreb sind aus verschiedenen deutschen Städten mit Nachtzügen erreichbar. Hier findest du eine Übersicht der Deutschen Bahn. Auch Webseiten wie Flixbus und Rome2Rio können dir bei der Planung verschiedener Verbindungen helfen.

Nutze Zeiten mit geringerer Auslastung. Früh morgens, spät abends oder unter der Woche sind Tickets häufig günstiger und viele Verbindungen weniger voll.

Nachhaltiger Fliegen

Für manche Reiseziele bleibt das Flugzeug die praktischste oder einzige sinnvolle Option. Wenn du fliegst, kannst du zum Beispiel prüfen, ob eine Direktverbindung möglich ist und unnötige Zwischenstopps vermeiden. Eine freiwillige CO₂-Kompensation kann dabei eine zusätzliche Möglichkeit sein. Unser Tipp: Atmosfair ist einer der bekanntesten Anbieter und vielfacher Testsieger auf diesem Gebiet. Für einen Hin- und Rückflug zwischen Frankfurt und Glasgow entspräche die Kompensation zum Beispiel rund 12 Euro pro Person. Informiere dich vorab über die Berechnung und die unterstützten Klimaschutzprojekte.

Auch beim Gepäck lohnt es sich, nur das mitzunehmen, was du wirklich brauchst. Denn egal, ob Fernbus, Flugzeug, Bahn oder Auto: Je schwerer die Taschen, desto mehr CO₂ fällt bei der Fahrt in den Urlaub an. Das macht nicht nur die Anreise angenehmer, sondern erleichtert dir auch das Packen und Organisieren unterwegs.

2. Tipp: Unterbringung & Verpflegung vor Ort

Unsere Wanderreisen führen in Tagesetappen häufig durch ländliche Regionen. Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten sind dort oft kleine, familiengeführte Betriebe mit regionalem Charakter und persönlicher Atmosphäre.

Traditionelle Unterkünfte:

Vom gemütlichen B&B in England über das familiengeführte Traditionshotel im Tiroler Bergdorf bis hin zur Finca unter Andalusiens Sonne: Viele unserer Unterkünfte werden persönlich geführt und geben dir die Möglichkeit, die Region und ihre Gastgeber näher kennenzulernen.

Traditionsreiche Unterkünfte

Viele dieser Betriebe arbeiten außerdem mit Produkten aus der Umgebung, zum Beispiel beim Frühstück, das bei unseren Wanderreisen in der Regel inklusive ist.

Unser Tipp: Auch unterwegs kannst du mit Wasser und Energie genauso achtsam umgehen wie zu Hause. Drehe beispielsweise beim Zähneputzen den Wasserhahn zu, schalte beim Verlassen des Zimmers das Licht aus und nutze Klimaanlagen nur dann, wenn du sie wirklich brauchst.

Regionale Verpflegung:

Spezialitäten der Urlaubsregion zu genießen, gehört für viele von uns einfach zu einer gelungenen Reise dazu.

Wie wäre es mit einer Käseplatte mit regionalen Sorten, von nussig-mild bis herzhaft-würzig? Vielleicht stammt der Käse sogar direkt von einer Alm, an der du zuvor vorbeigewandert bist. Oder du probierst Pasta mit saisonalen Trüffeln und dazu einen Wein von den Reben, durch die deine Route am selben Tag geführt hat.

Entlang vieler Wanderwege findest du kleine Einkehrmöglichkeiten, Hütten oder bewirtschaftete Almen. Alternativ kannst du dich morgens im örtlichen Laden oder auf einem Markt mit regionalen Produkten für deine Wanderung eindecken. Auch am Abend lohnt es sich, Restaurants mit regionaler Küche auszuprobieren oder Empfehlungen deiner Gastgeber einzuholen.

Unser Tipp: Informiere dich vor dem Start deiner Etappe über die Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs. Eine wiederverwendbare Brotbox und Trinkflasche sind ebenfalls praktisch. Frage am besten schon am Vorabend in deiner Unterkunft nach, wo du unterwegs einkehren oder Proviant kaufen kannst.

3. Tipp: Wanderausrüstung bewusst auswählen

Beim Kauf von Kleidung und Ausrüstung für deinen Wanderurlaub stehen Funktionalität, Komfort und Langlebigkeit an erster Stelle. Wenn du etwas Neues brauchst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Viele Outdoorhersteller informieren inzwischen über verwendete Materialien, Produktionsbedingungen, Reparaturmöglichkeiten und Zertifizierungen. Auch kleinere Marken können interessante Alternativen bieten.

Der Kauf im Fachgeschäft hat zusätzlich den Vorteil, dass du dich beraten lassen und Produkte direkt ausprobieren kannst.

Unser Tipp: Gütesiegel und Initiativen wie Bluesign oder die Fair Wear Foundation können dir zusätzliche Informationen bei der Kaufentscheidung geben. Noch besser ist natürlich, vorhandene Ausrüstung möglichst lange zu nutzen, gut zu pflegen und bei Bedarf reparieren zu lassen.

4. Tipp: Rücksichtsvoll in der Natur unterwegs sein

Wir wandern, weil wir gerne draußen unterwegs sind und Landschaften unmittelbar erleben möchten. Umso wichtiger ist es, sich an die Hinweise und Regeln vor Ort zu halten.

Bleibe möglichst auf ausgewiesenen oder bereits vorhandenen Wegen. Gerade in empfindlichen Bereichen können Pflanzen und Lebensräume durch das Verlassen der Wege beschädigt werden.

Selbstverständlich sollte auch kein Müll in der Natur zurückbleiben. Ein kleiner wiederverwendbarer Beutel im Tagesrucksack ist praktisch, wenn unterwegs kein Mülleimer verfügbar ist.

Je nach Region gibt es außerdem besondere Regeln. In Weidegebieten solltest du Tiere nicht füttern oder stören und Gatter nach dem Durchgehen wieder schließen. Auf den offiziellen Webseiten der jeweiligen Regionen findest du meist aktuelle Informationen dazu, was unterwegs zu beachten ist.

Unser Tipp: Nutze unsere App „AbenteuerWege: Karten & Routen“ zur Navigation. Dort findest du Karten, Routeninformationen und wichtige Reisedetails digital an einem Ort und kannst sie auch unterwegs abrufen.

Unsere AbenteuerWege App

5. Tipp: Respektvoll mit Menschen und Orten umgehen

Du bist während deiner Reise Gast in einer Region, in der Menschen leben und arbeiten. Deshalb gehört für uns auch der respektvolle Umgang mit lokalen Gemeinschaften zu einer gelungenen Reise. Mit dem Einkauf regionaler Produkte, einem Besuch im kleinen Laden oder Café und der Wahl persönlich geführter Unterkünfte lernst du nicht nur mehr über die Region kennen, sondern unterstützt gleichzeitig lokale Betriebe. Auch beim Kontakt mit den Menschen vor Ort ist Rücksicht wichtig. Respektiere private Bereiche und betrete Grundstücke oder Räume nur mit Erlaubnis. Das gilt auch beim Fotografieren. Wenn Personen klar erkennbar sind, solltest du sie um ihr Einverständnis bitten, bevor du ein Foto machst oder es online veröffentlichst.

6. Tipp: Erinnerungen nach der Reise festhalten

Nach einer Reise sammeln sich auf dem Smartphone schnell Hunderte Fotos, die später oft kaum noch angeschaut werden. Eine schöne Möglichkeit, deine liebsten Erinnerungen festzuhalten, ist ein Fotobuch oder eine kleine Auswahl ausgedruckter Bilder. So kannst du deine Reise später noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen. Wenn du ein Fotobuch bestellst, kannst du beim Anbieter nach Informationen zu Papier, Materialien und vorhandenen Zertifizierungen suchen. Orientierung bieten zum Beispiel das FSC-Siegel oder der Blaue Engel.

Erinnerungen beim Wandern festhalten

Buchtipp für bewusstes Reisen

Zum Abschluss noch ein interessanter Buchtipp zum Thema für dich:

FAIRreisen - Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen - Frank Herrmann, oekom verlag, 2016.

In seinem Handbuch beschäftigt sich Frank Herrmann mit den Auswirkungen des Tourismus und gibt praktische Tipps und Hintergrundinformationen zu verschiedenen Bereichen des Reisens.

 

Bei Fragen zur Buchung oder Anmerkungen kontaktiere gerne unser Expertenteam!

Du möchtest mehr darüber erfahren, was AbenteuerWege konkret tut? Dann erfahre mehr über unsere Partnerschaften, die Unterstützung von Wanderwegen und weitere Projekte.

 

Peter Haaf

Geschrieben von

Peter Haaf
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